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Gustav Rosendahl

Dieser Mitbegründer des Vereins entstammte der alteingesessenen und wohlhabenden Posthalter-, Mühlenbesitzer- und Hoteliersfamilie Rosendahl. Sie errichtete 1835 eine damals hochmoderne Posthalterei einschließlich großem Pferdestall, kombiniert mit einem für Dinslaken vornehmen Hotel. Der heute noch weitgehend erhaltene klassizistische Bau (inzwischen Johannahaus der katholischen Kirchengemeinde) erwies sich als nicht zukunftsträchtige Investition, denn die Postkutschenzeit ging auch in Dinslaken schon 1856 mit der Inbetriebnahme des Bahnhofs zu Ende.

Danach wurde das „Hotel Rosendahl“ zunächst verpachtet, später verkauft. Die Familie blieb aber wohlhabend und betrieb, bis auch diese Technik in Dinslaken etwa 1910 zu Ende ging, eine Wasser- und Windmühle. Die Wassermühle, getrieben von Rotbachwasser, auf dem Altmarkt (wo inzwischen italienisches Eis angeboten wird), die Windmühle an der Hünxer Straße (inzwischen Gelände des Baumarktes Stewes).

      

So führte Gustav Rosendahl die Berufsbezeichnung Mühlenbesitzer und Fruchthandel. Im Jahre 1911 verkaufte er das Mühlengrundstück am Altmarkt an die Stadt und errichtete im gleichen Jahr an der Hünxer Straße Nr. 104 neben seiner Windmühle ein größeres Gaststättengebäude. Über dessen Eingangstür war die Historie („Zur Mühle“, 1911) erkennbar.

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Das Gaststättengebäude wurde 2013 abgerissen, die Windmühle schon viele Jahre früher. Gustav Rosendahl war von beeindruckender Statur, so dass man ihm nachsagte, dass er in seinen Mühlen auch selbst schwere Mehlsäcke problemlos handhaben konnte. Im Jahre 1902 war er Schützenkönig und viele Jahre Stadtverordneter.

Unverändert befindet sich der eindrucksvolle neugotische Grabstein der Familie Rosendahl auf dem Parkfriedhof und hält die Erinnerung an eine bedeutende Dinslakener Familie wach.